Wenige Kilometer von der kambodschanischen Grenze, direkt am Golf von Thailand liegt Ha Tien, eine vor vielen Jahrhunderten von politischen Flüchtlingen aus dem kaiserlichen China gegründete Stadt. So lange die Grenzen zum Nachbarland verschlossen war, lag Ha Tien quasi im toten Winkel des Landes, eingebettet in eine wunderschöne Natur, eine Küste mit Stränden und zerklüfteten, sowohl im Hinterland als auch aus dem Meer ragend Bergen und steilen Felsformationen.
Für Touristen (und vor allen Dingen für die, die aus Richtung Kambodscha kommen), ist Ha Tien ein kleines Schlaraffenland. Die Märkte warten mit einer großen Fülle an Köstlichkeiten auf, die Verkaufsstände wirken sauber und einladend, die Kolonialvillen geben dem recht kleinen Ort ein herrschaftliches Ambiente, aber so schön war es nicht immer an diesem Grenzort.

Vietnamesin in Ha Tien @iStockphoto/kevin miller
Die roten Khmer sind hier eingefallen und haben Gräueltaten angerichtet und die großflächige Verminung der Grenzregion fordert bis heute zivile Opfer. Eine besondere Attraktion der Ha Tiens sind die Höhlen, in die zum Teil Tempel eingelassen sind und von denen zahlreiche erkundet werden können. Der Kalkstein dominiert die Landschaft, es gibt große, Skulpturen ähnelnde Formationen, einige sehr schöne Pagoden und Phu Quoc ist bei gutem Wetter vom Wasser aus zu sehen.
Ohnehin kann man von Ha Tien aus zweimal täglich mit schnellen Fähren auf die Urlaubsinsel übersetzen, ansonsten erreicht man die Stadt aus Vietnam heraus am besten über Rach Gia, die Hauptstadt der Provinz Kien Giang, die knapp 90 Kilometer südlich liegt oder das mehr als 110 Kilometer östlich liegende Chau Doc.