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Vietnam: Das komplette Handbuch für individuelles Reisen

In lockerem, mitunter umgangssprachlichem Stil plaudern Kothmann und Bühler über das Reiseziel Vietnam. Traditionen, Geschichte sowie Kultur, einschließlich der vietnamesischen Küche, beschreiben sie ebenso ausführlich wie Sehenswürdigkeiten und Natur.

Auf knapp 300 Seiten nehmen sich die Autoren Zeit, um Individualreisende mit Hintergrundwissen zu versorgen. Die restlichen circa 400 Seiten beinhalten praktische Tipps und Hilfen. Beginnend mit Reisevorbereitung und Buchung, erteilen die Autoren umfassend Auskunft. Sie behaupten dabei nur selten etwas, das sie nicht auch begründen können und beziehen absehbare Entwicklungen in ihre Betrachtungen ein.

Das Handbuch ist kapitelweise geografisch strukturiert, vom nördlich gelegenen Hanoi und der südlichen Zentralküste, über das zentrale Hochland und Saigon (Ho Chi Minh) bis zum Mekongdelta. Weitere Kapitel sind Huê und Da Nang gewidmet. Dem Aufbau des Buches folgend, wechseln urbane und ländliche Regionen einander mehr oder weniger ab. Die Leser dürfen, müssen dies jedoch nicht als empfohlene Reiseroute verstehen.

Unerlässliche Übersichten, wie Adressen, Gesundheitsinformationen oder Minisprachführer, sind zügig über Inhaltsverzeichnis und Register zu finden. Größte Aufmerksamkeit richten die Autoren auf alles, was Reisende vor Ort am meisten interessiert: Routenplanung inklusive sämtlicher Anbindungen sowie Unterkunft und Verpflegung. Überdies bieten sie Informationen über abgelegene Ortschaften, wobei sie jedes erwähnte Guesthouse (private Unterkunft), Hotel oder Restaurant und jede empfohlene Garküche kurz charakterisieren.

Vietnam: Das komplette Handbuch

Vietnam: Das komplette Handbuch

Das 1992 erstmals erschienene Handbuch liegt gegenwärtig in der 10. Auflage vor. Es wurde im Juni 2010 komplett überarbeitet und ist somit kein ganz aktueller Vietnam-Reiseführer. Angesichts des schnellen Wandels, dem das Land unterliegt, relativiert sich Aktualität ohnehin recht bald. Wer nach Vietnam reist, ist generell gut beraten, sich online die neuesten Daten zu besorgen. Die entsprechenden Homepages sind in diesem Reiseführer verzeichnet. Hinsichtlich anderer wohlmeinender Angaben ist Skepsis angebracht, insbesondere was Zustand und Kosten der Unterkünfte sowie die jeweilige infrastrukturelle Anbindung betrifft. Diese Kritik gilt auch den zur Ausstattung gehörenden Stadtplänen und Karten.

Dennoch bietet das Buch entscheidende Vorteile für Individualreisende. Zwar präsentieren auch Kothmann und Bühler die Touristenhochburgen. Aber vorrangig informieren sie über Sehenswertes, das Pauschaltouristen entgeht. Darüber hinaus bedienen sie spezielle Interessen, etwa wenn sie das Wasserpuppentheater vorstellen oder dazu einladen, den höchsten Berg des Landes zu erklimmen. Die Autoren ermutigen ihre Leser, eigene Pfade zu beschreiten. Aus diesem Grund ist das Handbuch, trotz seiner Mängel, ein empfehlenswerter Begleiter für entdeckungsfreudige Vietnambesucher.

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