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Quang Ngai & Umgebung

Noch ein Ort in Vietnam, der weniger eine touristische Attraktion als eine Gedenkstätte ist.

Etwa 15 Kilometer von der südlichen Küste Zentralvietnams entfernt liegt Quang Ngai, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Sie hat zwar mehr als 100.000 Einwohner, besitzt aber erst seit 2005 den Status einer Stadt, hat keine herauszuhebenden Sehenswürdigkeiten, dafür ist ein kaum zwei Kilometer entfernt liegendes Dorf in die Geschichtsbücher eingebrannt: Son My, besser noch ist der Ortsteil My Lai bekannt.

Im März 1968 richtete eine US-Infanterie-Brigade nahezu die komplette Bevölkerung hin, vergewaltigte, tötete mehr als 500 Zivilisten und dann noch sämtliche Tiere. Es war eins von vielen Massakern dieser oder ähnlicher Art, dieses jedoch ging um die Welt, nachdem der Journalist Seymour Hersh eineinhalb Jahre später gegen den Willen vieler westlicher Verleger und natürlich gegen den Willen von Politik und Militär das Verbrechen bekanntmachte.

Die Soldaten wurden nicht bestraft, am Ende war es ein Verbrechen von vielen, aber eben eins, das bekannt wurde und den Opfern wird in der My-Lai-Gedenkstätte, in der unmittelbaren Nähe zu Quang Ngai, gedacht. In Europa und den USA haben der Bericht von Hersh und die Bilder des Fotografen Ronald Haeberle mit dafür gesorgt, dass engagierte, große Bewegungen von Kriegsgegnern entstanden. Was diese bewirkt haben, muss jeder für sich bewerten.

Quang Ngai

Quang Ngai @iStockphoto/Dan Cooper

In My Lai steht ein kleines Museum, außerdem unterhalten ehemalige Soldaten eine Schule und ein Kulturzentrum. Wem nach dem Besuch dieses Ortes noch nach Entspannung ist, findet wenige Kilometer entfernt mit dem My Khe Beach einen der vielen Strände, die in Vietnam schon als die schönsten des Landes bezeichnet wurden.

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