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Kochkurse in Vietnam

Die südostasiatischen Küchen sind abwechslungsreich, gesund, exotisch und mit der zunehmenden Bedeutung der Länder als Urlaubsziele und Exporteure von Nahrungsmitteln auf dem Vormarsch. Wer gerne in internationale Restaurants geht, konnte lange den Eindruck haben, dass die vietnamesische Küche im Grunde thailändische Küche mit Nüsschen und Sommerrollen ist, wer gerne im Lonely Planet liest, könnte glauben, dass sich die kulinarische Vielfalt des Landes auf unterschiedliche Rezepturen für Fischsaucen beschränkt …

… beides greift zu kurz. In Vietnam leben dutzende von Kulturen mit eigenen Küchentraditionen, das Land hat im Laufe seiner Geschichte im Einfluss sehr unterschiedlicher Mächte gestanden, besonders die Chinesen haben auf die Küche einen erheblichen Einfluss gehabt. Hinzu kommt, dass es zwei unterschiedliche Klimazonen in Vietnam gibt, viele verschiedene Vegetationsformen und damit Naturprodukte, die zur Entstehung der Küche beigetragen haben und dass gleichzeitig mit den beiden auch Reisschüsseln genannten großen Flusslandschaften im Norden und Süden und den großen Exportschlagern des Landes, zu denen Shrimps und Pangasius zählen, eine große, die vietnamesische Küche umfassende Klammer besteht.

Wer in Vietnam unterwegs ist, lernt die tatsächliche Vielfalt des Landes kennen. Es gibt an westlichen Vorstellungen orientierte Restaurants, aber auch viele lokale Spezialitäten in mobilen Garküchen und eine schon aberwitzige Vielfalt auf den Märkten, die oft Produkte umschließt, die sich viele Europäer zu essen nie vorgestellt hätten.

Hobbyköche können in Vietnam inzwischen an vielen Orten die Zubereitung der Köstlichkeiten erlernen. Diese Form des Urlaubszeitvertreibes hat in den vergangenen Jahren einen kleinen Boom erlebt, es ist einfach eine direkte Form des kulturellen Austauschs, eine Möglichkeit, eine Facette Vietnams wirklich zu verinnerlichen und das mit gutem Gewissen. Diese Form des Urlaubs ist uneingeschränkt nachhaltig, ökologisch und fair.

Kochkurs in Vietnam

Kochkurs in Vietnam ©TK

Zu internationaler Bekanntheit hat es die Red Bridge Cooking School von Hoi An (http://www.visithoian.com/redbridge/) gebracht, in der schon Mick Jagger den richtigen Umgang mit Schalentieren erlernt haben soll – und nicht nur auf diesem Gebiet haben wir Europäer den einen oder anderen Nachholbedarf.

Die meisten guten Reiseveranstalter haben inzwischen Kochkurse im Programm, oft kombiniert mit dem Aufenthalt an einem besonderen Ort, auf dem Mekong, in der Halong-Bucht oder in einer der vielen berühmten historischen Stätten des Landes. Die Kochkurse haben nichts mit der Mutverkostung auf den Märkten zu tun, sie sind auf westliche Gaumen abgestimmt, haben aber aufgrund von Verständigungsproblemen und eventuell auch einem etwas anderen Verständnis von Pädagogik mitunter eher etwas von einer Kochvorführung (dem guten alten Frontalunterricht) als vom Gemeinschaftskochen (das gilt ausdrücklich nicht für die Red Bridge).



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